Glossar
Verhaltensbedingte Kündigung
Sozial gerechtfertigte Kündigung, bei verhaltensbedingtem Verstoss eines Arbeitnehmers gegen Pflichten aus dem Arbeitsvertrag...

Eine Kündigung kann gemäß § 1 Abs. 2 Satz 1 Kündigungsschutzgesetz sozial gerechtfertigt sein, wenn ein Arbeitnehmer durch sein Verhalten gegen Pflichten aus dem Arbeitsvertrag verstoßen hat (sog. verhaltensbedingte Kündigung). In diesem Fall läuft das Arbeitsverhältnis bis zum Ende der ordentlichen Kündigungsfrist weiter.

Anders als bei der personenbedingten Kündigung knüpft die verhaltensbedingte Kündigung an einen Verstoß des Arbeitnehmers an. Oft wird eine verhaltensbedingte Kündigung ausgesprochen, wenn der zugrundeliegende Sachverhalt zwar eine Pflichtverletzung des Arbeitnehmers darstellt, diese jedoch nicht so gravierend ist, dass eine außerordentliche Kündigung gerechtfertigt wäre.

Um eine verhaltensbedingte Kündigung aussprechen zu können, müssen grundsätzlich zwei Voraussetzungen vorliegen: Zum einen muss der Kündigungsgrund "an sich" geeignet sein, eine verhaltensbedingte Kündigung zu rechtfertigen. Zum anderen muss eine Interessenabwägung im Einzelfall erfolgen.

"An sich" geeignet sind zum Beispiel (nicht abschließend): ein nicht auf Alkoholabhängigkeit beruhender Alkoholmissbrauch im Betrieb, Arbeitsverweigerung, Ausländerfeindlichkeit, Beleidigungen oder Straftaten mit Bezug zum Arbeitsverhältnis.