Glossar
Vorstrafen
Es besteht keine Offenbarungspflicht von Vorstrafen...

Vorstrafen können insbesondere bei der Anbahnung von Arbeitsverhältnissen eine Rolle spielen.

Der Bewerber darf Vorstrafen grundsätzlich dann verschweigen, wenn diese gemäß § 51 Bundeszentralregistergesetz nicht (mehr) in ein polizeiliches Führungszeugnis aufzunehmen sind. Aber auch im Übrigen darf im Vorstellungsgespräch nicht uneingeschränkt nach Vorstrafen des Bewerbers gefragt werden. Vielmehr muss die Art des zu besetzenden Arbeitsplatzes dies erfordern. Das Fragerecht ist auch dann nur in dem für den konkreten Arbeitsplatz erforderlichen Rahmen zulässig. Zum Beispiel kann der sich als Kassierer Bewerbende nach etwaigen vermögensrechtlichen Vorstrafen gefragt werden. Ein sich für die Tätigkeit eines Kraftfahrers Bewerbende darf nach verkehrsrechtlichen Vorstrafen gefragt werden.

Eine Pflicht Vorstrafen ungefragt zu offenbaren besteht grundsätzlich nicht. Eine Offenbarungspflicht von Vorstrafen ist aber bei besonderen Vertrauenspositionen denkbar. So kann eine solche bestehen, wenn auch für den Bewerber erkennbar ist, dass gerade seine Integrität maßgeblich ist.