Glossar
Haftung des Arbeitnehmers
Haftung des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber

Die Arbeitnehmerhaftung für Schäden, die durch betrieblich veranlasste Tätigkeit verursacht werden, ist eingeschränkt. Zwar haftet der Arbeitnehmer grundsätzlich für Schäden nach dem Vertrags- oder Deliktsrecht, die er zurechenbar verursacht, jedoch soll der Arbeitnehmer privilegiert  werden.

 



Sofern ein Schaden entstanden ist, der durch betrieblich veranlasste Tätigkeit verursacht worden ist, gelten folgende Grundsätze: Bei Vorsatz und in der Regel grober Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer voll (ausnahmsweise ist eine Haftungsbegrenzung im Einzelfall möglich, wenn der Verdienst des Arbeitnehmers in deutlichem Missverhältnis zum Schadensrisiko der Tätigkeit steht). Bei mittlerer (normaler) Fahrlässigkeit wird eine Haftungsquotelung vorgenommen und bei leichtester Fahrlässigkeit besteht keine Haftung).

 



Die Haftung des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers für Personenschäden einschließlich Schmerzensgeld und Beerdigungskosten infolge von Arbeitsunfällen ist nach Maßgabe der § 104, 105 SGB VII ausgeschlossen. Nach Vertrags- oder Deliktsrecht besteht jedoch auch für Personenschäden unbeschränkte Haftung, welche jedoch nach § 105 SGB VII beschränkt wird, wenn der Schädiger ein Versicherter ist, der Personenschaden bei einer betrieblichen Tätigkeit eintritt und ein Versicherungsfall unvorsätzlich verursacht wird.

 



Überdies kann ein Arbeitnehmer im Rahmen der sog. Mankohaftung für die Differenz zwischen Ist und Soll des anvertrauten Arbeitgebervermögens (Geld- oder Sachwerte) herangezogen werden. Diese Haftung beruht entweder auf einer ausdrücklichen vertraglichen Vereinbarung auf den § 280 Abs. 1 BGB oder § 823 BGB.