Glossar
Praktikant
Anstellung zwecks Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen

Praktikant ist, wer sich für eine vorübergehende Dauer zwecks Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen einer bestimmten betrieblichen Tätigkeit und Ausbildung, die keine systematische Berufsausbildung darstellt, im Rahmen einer Gesamtausbildung unterzieht, weil er diese für die Zulassung zum Studium oder Beruf, zu einer Prüfung oder zu anderen Zwecken benötigt. An dieser Definition wird deutlich, dass der Ausbildungszweck im Vordergrund steht. Infolgedessen ist die Vergütung der Höhe nach eher eine Aufwandsentschädigung bzw. Beihilfe zur Finanzierung des Lebensunterhaltes. Arbeitnehmer ist im Gegensatz hierzu, wer aufgrund eines privatrechtlichen Vertrags im Dienst eines anderen zur Leistung weisungsgebundener, fremdbestimmter Arbeit in persönlicher Abhängigkeit verpflichtet ist. Auf das Praktikantenverhältnis sind gemäß § 26 BBiG die §§ 10 bis 23 und 25 BBiG mit der Maßgabe anzuwenden, dass die gesetzliche Probezeit abgekürzt, auf die Vertragsniederschrift verzichtet und bei vorzeitiger Lösung des Vertragsverhältnisses nach Ablauf der Probezeit abweichend von § 23 Abs. 1 Satz 1 BBiG Schadensersatz nicht verlangt werden kann. Der minderjährige Praktikant bedarf für den Abschluss des Praktikantenvertrags der Zustimmung seiner gesetzlichen Vertreter (=beide Elternteile). Für den Fall, dass die Eltern dem Studium oder dem Beruf zugestimmt haben, dem das Praktikum dient, findet § 113 BGB anders als bei Berufsausbildungsverträgen Anwendung.